Eine cremige Mayonnaise gelingt zu Hause in wenigen Minuten, wenn Temperatur, Reihenfolge und Ölmenge stimmen. Wer Mayonnaise selber machen möchte, braucht dafür nur Eigelb, Senf, Öl, etwas Säure und ein wenig Geduld. Ich zeige, welche Zutaten sich bewähren, wie die Emulsion stabil bleibt und was sich tun lässt, wenn die Sauce gerinnt.
Mit diesen Grundregeln gelingt die cremige Sauce zuverlässig
- Zimmertemperatur für Ei, Senf und Öl verhindert, dass die Emulsion instabil wird.
- Für etwa 250 ml Mayonnaise reichen 2 Eigelb und 250 ml neutrales Pflanzenöl.
- Das Öl zunächst tropfenweise, später in einem dünnen Strahl einarbeiten.
- Ein hoher, schmaler Becher macht die Zubereitung mit dem Stabmixer besonders einfach.
- Mayonnaise mit rohem Ei im Kühlschrank lagern und am besten innerhalb von ein bis zwei Tagen verbrauchen.
Das Grundrezept für selbstgemachte Mayonnaise
Für mein klassisches Rezept verwende ich möglichst frische Eier und ein mildes Öl. Die Menge reicht für ungefähr 250 bis 300 ml, also für vier Portionen als Dip oder für einen Salat.
- 2 frische Eigelb
- 1 TL mittelscharfer Senf
- 250 ml Rapsöl oder Sonnenblumenöl
- 1 bis 2 TL Zitronensaft oder Weißweinessig
- 1 kleine Prise Salz
- etwas weißer Pfeffer
Ich nehme am liebsten Rapsöl, weil es geschmacklich zurückhaltend ist und gut zu Kartoffelsalat, Fisch und kaltem Braten passt. Sonnenblumenöl funktioniert ebenso. Olivenöl ist möglich, schmeckt aber schnell bitter oder zu kräftig, wenn es allein verwendet wird.
So wird die Mayonnaise Schritt für Schritt cremig
Alle Zutaten sollten ungefähr die gleiche Temperatur haben. Ich stelle Eigelb, Senf und Öl deshalb etwa 30 Minuten vorher aus dem Kühlschrank. Dieser kleine Vorbereitungsschritt macht in der Praxis oft einen größeren Unterschied als ein besonders teures Küchengerät.
- Eigelb, Senf, Salz und Pfeffer in eine Schüssel oder einen hohen Mixbecher geben.
- Zitronensaft oder Essig kurz unterrühren.
- Das Öl anfangs tropfenweise einarbeiten und dabei ständig mit dem Schneebesen rühren.
- Sobald die Masse sichtbar dicker wird, das Öl in einem dünnen, gleichmäßigen Strahl dazugießen.
- Zum Schluss abschmecken und bei Bedarf mit etwas Säure, Salz oder einem Teelöffel Wasser korrigieren.
Mit dem Stabmixer geht es noch unkomplizierter. Dafür gebe ich alle Zutaten in einen hohen, schmalen Becher, setze den Mixfuß direkt auf den Boden und starte dort. Erst wenn am Boden eine helle, feste Emulsion entsteht, ziehe ich den Stabmixer langsam nach oben. So ist die Sauce oft in weniger als zwei Minuten fertig.
Der Fachbegriff dafür lautet Emulsion. Dabei werden winzige Öltröpfchen gleichmäßig in einer wässrigen Phase verteilt. Das Eigelb liefert Lecithin, der Senf unterstützt die Bindung und die Säure bringt Frische in den Geschmack.

Welche Zutaten den Geschmack wirklich verändern
Die Zutatenliste ist kurz, aber jede Komponente ist deutlich schmeckbar. Ich würde deshalb nicht automatisch zum intensivsten Öl greifen. Eine Mayonnaise soll cremig und ausgewogen schmecken, nicht die gesamte Speise überdecken.
| Zutat | Geeignete Wahl | Geschmack und Einsatz |
|---|---|---|
| Öl | Rapsöl, Sonnenblumenöl | Mild und vielseitig für Salate, Sandwiches und Dips |
| Senf | Mittelscharfer Senf | Würze und zusätzliche Stabilität der Emulsion |
| Säure | Zitrone, Weißweinessig, Gurkenwasser | Frische, Ausgleich und je nach Wahl eine eigene Geschmacksnote |
| Ei | Frisches Eigelb oder pasteurisiertes Ei | Cremige Bindung; pasteurisiertes Ei ist für empfindliche Personen die vorsichtigere Wahl |
Für eine regional geprägte Variante passt ein hochwertiges kaltgepresstes Rapsöl aus deutscher Herstellung besonders gut. Es bringt eine leicht nussige Note mit, ohne so dominant zu sein wie viele Olivenöle. Bei der Säure entscheide ich nach dem Gericht: Zitrone für Fisch, Weißweinessig für Kartoffelsalat und etwas Gurkenwasser für Remoulade.
Warum Mayonnaise gerinnt und wie ich sie rette
Eine geronnene Mayonnaise sieht körnig oder ölig aus. Meist wurde das Öl zu schnell eingearbeitet, oder die Zutaten hatten sehr unterschiedliche Temperaturen. Manchmal ist auch einfach zu viel Öl auf einmal in die Schüssel gelangt.
Die einfache Rettungsmethode
Ich gebe ein frisches Eigelb mit einem halben Teelöffel Senf in eine saubere Schüssel und rühre die misslungene Sauce anschließend langsam unter. Alternativ funktioniert ein Teelöffel warmes Wasser. Wichtig ist, nicht die gesamte geronnene Masse auf einmal hineinzuschütten.
Ist die Mayonnaise zu dick, rühre ich teelöffelweise Wasser oder Zitronensaft ein. Ist sie zu flüssig, hilft meist weiteres Öl, das sehr langsam eingearbeitet wird. Mehr Öl macht die Sauce allerdings nicht automatisch besser, denn dadurch wird sie auch schwerer und kalorienreicher.
Die häufigsten Fehler
- Das Öl wird zu schnell oder in großen Portionen eingegossen.
- Der Mixbecher ist zu breit, sodass der Stabmixer keine stabile Strömung erzeugt.
- Das Öl hat einen starken Eigengeschmack und überdeckt die übrigen Zutaten.
- Die Sauce wird zu früh stark gesäuert und schmeckt dadurch spitz.
Varianten für Salate, Pommes und kalte Küche
Die klassische Basis ist für mich ein Baukasten. Mit wenigen Ergänzungen lässt sie sich an verschiedene Gerichte anpassen, ohne dass ein völlig neues Rezept nötig ist.
Remoulade
Für eine schnelle Remoulade mische ich die fertige Mayonnaise mit gehackten Gewürzgurken, Kapern, Schnittlauch und Petersilie. Ein kleiner Schuss Gurkenwasser macht sie frischer und passt besonders gut zu Fisch, gekochten Eiern und kaltem Braten.
Knoblauch-Mayonnaise
Eine halbe bis eine ganze fein geriebene Knoblauchzehe reicht meistens völlig. Ich lasse sie kurz in der fertigen Sauce ziehen, weil der Geschmack nach einigen Minuten deutlich kräftiger wird. So lässt sich eine zu aggressive Knoblauchnote vermeiden.
Rauchige oder scharfe Variante
Für Burger und Ofenkartoffeln rühre ich geräuchertes Paprikapulver oder etwas Chiliflocken ein. Auch ein Teelöffel Tomatenmark funktioniert gut, wenn die Sauce etwas würziger und farblich kräftiger werden soll.
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Mayonnaise ohne rohes Ei
Wer rohes Ei vermeiden möchte, kann eine Variante auf Basis von pasteurisiertem Ei, Sojadrink oder Aquafaba zubereiten. Besonders ungesüßter Sojadrink lässt sich wegen seines Lecithingehalts gut emulgieren. Geschmack und Festigkeit unterscheiden sich jedoch von der klassischen Version, deshalb würde ich diese Variante eher als eigene Sauce betrachten.
Aufbewahrung und Umgang mit rohem Ei
Hausgemachte Mayonnaise mit rohem Ei gehört sofort in den Kühlschrank. Ich fülle sie in ein sauberes, verschließbares Glas und bewahre sie bei möglichst 2 bis 6 °C auf. Für empfindliche Personen, Schwangere, kleine Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist pasteurisiertes Ei die sicherere Wahl.
Geschmacklich ist die Sauce am selben Tag am besten. Ich plane bei rohem Ei höchstens ein bis zwei Tage ein und nehme nur so viel aus dem Kühlschrank, wie tatsächlich gebraucht wird. Bleibt die Mayonnaise längere Zeit bei Raumtemperatur stehen, etwa bei einem Grillfest, sollte sie nicht wieder zurück ins Glas gegeben werden.
Die Säure aus Zitrone oder Essig sorgt für Frische und ein ausgewogenes Aroma. Sie macht eine hausgemachte Sauce mit rohem Ei aber nicht automatisch keimfrei. Saubere Geräte, frische Zutaten, durchgehende Kühlung und kurze Lagerung bleiben entscheidend.
Der kleine Küchenvorteil selbstgemachter Mayonnaise
Ich bereite lieber eine kleine Menge frisch zu, als ein großes Glas lange aufzubewahren. So kann ich Öl, Säure und Würze genau auf das Gericht abstimmen und bekomme eine Sauce ohne unnötige Zusatzstoffe.
Der wichtigste Handgriff ist nicht kompliziert: langsam emulgieren und die Konsistenz beobachten. Wenn die Mayonnaise am Ende samtig vom Löffel läuft, leicht glänzt und weder ölig noch wässrig wirkt, ist sie bereit für Kartoffelsalat, Spargel, Fisch, Sandwiches oder knusprige Pommes.
