Johannisbeersirup selber machen - Rezept und Tipps

Ortrud Berndt • 5. Oktober 2026
Flasche und Glas mit rotem Johannisbeersirup, selbstgemacht. Frische rote Johannisbeeren liegen daneben.

Inhaltsverzeichnis

Wer Johannisbeersirup selber machen möchte, braucht nur wenige Zutaten, sollte aber zwei Dinge im Blick behalten: das richtige Zucker-Frucht-Verhältnis und eine saubere, heiße Abfüllung. Ich zeige dir, wie aus schwarzen Johannisbeeren ein kräftiger Cassis-Sirup entsteht, wann rote Beeren die bessere Wahl sind, warum der Sirup manchmal geliert und wie du ihn sicher aufbewahrst.

Mit diesen Handgriffen gelingt aromatischer Johannisbeersirup

  • Schwarze Johannisbeeren ergeben einen dunklen, würzigen Sirup mit kräftiger Säure.
  • Für etwa 2 Flaschen à 500 ml reichen 1 kg Beeren als solide Ausgangsmenge.
  • Den Fruchtsaft erst abseihen, dann mit 500 bis 700 g Zucker pro Liter erhitzen.
  • Heiße, saubere Flaschen und sofortiges Verschließen verbessern die Haltbarkeit.
  • Wird der Sirup zu dick, liegt das meist am natürlichen Pektin der Johannisbeeren.

Welche Johannisbeeren eignen sich am besten

Für diesen Sirup verwende ich am liebsten schwarze Johannisbeeren. Sie schmecken intensiver, leicht herb und erinnern an Cassis. Rote Johannisbeeren liefern dagegen einen helleren, frischen Sirup mit deutlicher Säure, während weiße Sorten milder und weniger farbkräftig ausfallen.

Sorte Geschmack Besonders geeignet für
Schwarze Johannisbeeren Kräftig, herb, würzig Cassis-Schorle, Cocktails, Desserts
Rote Johannisbeeren Frisch, säuerlich, fruchtig Limonade, Bowle, Joghurt
Weiße Johannisbeeren Mild und fein Helle Getränke und leichte Nachspeisen

Die Früchte sollten reif, aber nicht matschig sein. Kleine Druckstellen sind kein Problem, Schimmel oder gäriger Geruch gehören jedoch aussortiert. Tiefgekühlte Beeren funktionieren ebenfalls gut. Ich lasse sie vorher auftauen und verwende den aufgefangenen Saft mit, damit kein Aroma verloren geht.

Mein Grundrezept für schwarzen Johannisbeersirup

Zutaten für etwa 700 bis 900 Milliliter

  • 1 kg schwarze Johannisbeeren
  • 250 bis 300 ml Wasser
  • 500 bis 700 g Zucker pro Liter aufgefangenen Saft
  • 2 EL Zitronensaft oder 1 Bio-Zitrone
  • optional 1 kleines Stück Vanilleschote

Mit 500 g Zucker wird der Sirup fruchtiger und etwas leichter. Für einen süßeren Vorrat, der sich ungeöffnet länger hält, nehme ich eher 650 bis 700 g Zucker pro Liter Saft. Gelierzucker verwende ich nicht, weil er die ohnehin pektinreichen Beeren schnell in Richtung Gelee bringt.

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Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Beeren verlesen, kurz abspülen und von den Rispen streifen. Sie müssen nicht vollständig trocken sein.
  2. Johannisbeeren mit dem Wasser in einen großen Topf geben und mit einem Kochlöffel leicht zerdrücken.
  3. Alles langsam erhitzen und 10 bis 15 Minuten köcheln lassen, bis die Beeren aufgeplatzt sind.
  4. Die Masse durch ein feines Sieb oder ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Sieb gießen. Für besonders klaren Sirup lässt du den Saft mehrere Stunden oder über Nacht abtropfen.
  5. Den Saft messen und die passende Zuckermenge abwiegen. Mit Zitronensaft und optional Vanille in einen Topf geben.
  6. Unter Rühren erhitzen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Den Sirup anschließend etwa 3 bis 5 Minuten sprudelnd kochen lassen und den Schaum abschöpfen.
  7. Sofort randvoll in heiße, saubere Glasflaschen füllen, verschließen und langsam abkühlen lassen.

Ich drücke das Tuch beim Abseihen nicht stark aus. Das dauert zwar etwas länger, ergibt aber einen klareren Sirup. Wer ein trüberes, vollmundigeres Ergebnis bevorzugt, kann die Beerenmasse vorsichtig auspressen. Der Geschmack wird intensiver, die Konsistenz aber auch etwas rustikaler.

Rote und schwarze Beeren richtig unterscheiden

Die Zubereitung bleibt bei beiden Sorten fast gleich, doch beim Zucker lohnt sich eine kleine Anpassung. Rote Johannisbeeren bringen viel Säure mit und vertragen meist etwas mehr Zucker. Schwarze Beeren schmecken von Natur aus kräftiger, weshalb ich zunächst sparsamer süße und erst nach dem ersten Aufkochen abschmecke.

Für 1 Liter Saft Empfohlene Zuckermenge Ergebnis
Leichter Sirup 500 g Fruchtig, säuerlich, für Schorlen
Ausgewogener Vorrat 600 bis 700 g Rund und vielseitig
Sehr süßer Sirup 800 bis 900 g Kräftig konzentriert, besonders haltbar

Für eine ausgewogene Mischung kannst du rote und schwarze Johannisbeeren kombinieren. Ein Verhältnis von zwei Teilen roten zu einem Teil schwarzen Beeren ergibt einen leuchtenden Sirup mit mehr Tiefe, ohne dass die herbe Note der schwarzen Sorte zu dominant wird.

Warum Johannisbeersirup manchmal geliert

Johannisbeeren enthalten von Natur aus viel Pektin und Säure. Beides ist ideal für Gelee, kann einen Sirup beim Abkühlen aber deutlich andicken. Besonders häufig passiert das, wenn die Flüssigkeit zu lange einkocht oder zusätzlich Gelierzucker verwendet wird.

Ist der Sirup nur dickflüssig, reicht kräftiges Schütteln oft aus. Bei einer geleeartigen Konsistenz stelle ich die Flasche für 5 bis 10 Minuten in warmes Wasser. Danach kann ich den Inhalt mit etwas heißem Wasser oder ungesüßtem Johannisbeersaft verdünnen.

Für den nächsten Versuch reduziere ich die Kochzeit und fülle den Sirup ab, sobald der Zucker gelöst ist. Ein kleiner Tropfen auf einem kalten Teller ist hier kein guter Test, denn beim Abkühlen wird der Sirup zwangsläufig dicker. Wer eine streichfähige Konsistenz möchte, kocht besser gleich Johannisbeergelee.

Heiß abfüllen und richtig aufbewahren

Flaschen und Deckel spüle ich gründlich und übergieße sie unmittelbar vor dem Abfüllen mit kochendem Wasser. Der Sirup kommt kochend heiß und möglichst randvoll in die Flasche. Sofort verschließen, nicht mehr öffnen und langsam abkühlen lassen. Sauberkeit ist dabei genauso wichtig wie der Zucker.

Ungeöffnet lagere ich den Sirup kühl, dunkel und möglichst gleichmäßig temperiert. Bei sorgfältiger Herstellung sind etwa sechs Monate eine realistische Orientierung. Eine längere Lagerung kann funktionieren, hängt aber stark von Zuckermenge, Säure, Hygiene und der tatsächlichen Dichtigkeit der Flasche ab.

Nach dem Öffnen gehört die Flasche in den Kühlschrank und sollte innerhalb von zwei bis vier Wochen verbraucht werden. Bei Schimmel, Gärbläschen, gewölbtem Deckel oder ungewöhnlichem Geruch entsorge ich den Inhalt vollständig und probiere nicht erst, ob er noch schmeckt.

Das Bundeszentrum für Ernährung weist beim Haltbarmachen ebenfalls auf saubere Gefäße und bewährte Verfahren hin. Der saure Charakter von Johannisbeeren macht den Sirup zwar weniger problematisch als säurearme Gemüsekonserven, ersetzt aber keine hygienische Arbeitsweise.

So verwende ich den Sirup im Alltag

Für eine erfrischende Schorle mische ich etwa 1 Teil Sirup mit 5 bis 7 Teilen Mineralwasser. Schwarzer Johannisbeersirup passt außerdem sehr gut zu trockenem Sekt, alkoholfreiem Aperitif und kaltem Tee. Die kräftige Säure verhindert, dass das Getränk nur süß schmeckt.

  • Über Vanilleeis oder Panna cotta geben
  • In Naturjoghurt oder Quark rühren
  • Mit Mineralwasser und Minze als Sommergetränk servieren
  • Für eine Bowle mit Beeren und Sekt verwenden
  • Ein bis zwei Esslöffel in dunkle Bratensauce oder Rotkohl geben

Auch die ausgekochten Beeren müssen nicht sofort im Abfall landen. Ich mische sie gern unter Apfelmus oder koche sie mit etwas Zucker zu einem säuerlichen Fruchtaufstrich. Sie enthalten zwar weniger Saft und Aroma als vorher, bringen aber noch Farbe und eine angenehme herbe Note mit.

Ein kleiner Vorrat mit großem Geschmack

Mein wichtigster Rat lautet, lieber kleinere Mengen sauber und konzentriert herzustellen als einen riesigen Vorrat mit zu wenig Zucker. Schwarze Johannisbeeren bringen genug Charakter mit, um auch mit wenigen Zutaten einen eigenständigen Sirup zu ergeben.

Wenn du die Beeren langsam auskochst, den Saft klar abseihst und die Flaschen heiß verschließt, bekommst du eine vielseitige Grundlage für Getränke und Desserts. Genau darin liegt für mich der Reiz des Selbstgemachten: Die Ernte aus dem Garten bleibt nicht nur als süßer Vorrat erhalten, sondern bekommt einen festen Platz in der Küche.

Häufig gestellte Fragen

Schwarze Johannisbeeren ergeben einen kräftigen, herben Cassis-Sirup. Rote Beeren schmecken frischer und säuerlicher, weiße Johannisbeeren milder. Tiefgekühlte Früchte kannst du nach dem Auftauen ebenfalls verwenden.

Für 1 Liter aufgefangenen Saft eignen sich 500 bis 700 g Zucker. Mit 500 g wird der Sirup fruchtiger und leichter, während 650 bis 700 g einen süßeren und länger haltbaren Vorrat ergeben. Sehr süße Varianten können 800 bis 900 g Zucker enthalten.

Johannisbeeren enthalten viel natürliches Pektin und Säure. Langes Einkochen oder Gelierzucker können deshalb eine geleeartige Konsistenz fördern. Dickflüssigen Sirup kannst du schütteln, erwärmen und bei Bedarf mit etwas heißem Wasser oder ungesüßtem Saft verdünnen.

Ungeöffnet hält sich der heiß abgefüllte Sirup bei sauberer Herstellung, kühler und dunkler Lagerung etwa sechs Monate. Nach dem Öffnen gehört er in den Kühlschrank und sollte innerhalb von zwei bis vier Wochen verbraucht werden. Bei Schimmel, Gärbläschen, gewölbtem Deckel oder ungewöhnlichem Geruch muss er entsorgt werden.

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Autor Ortrud Berndt
Ortrud Berndt
Mein Name ist Ortrud Berndt und ich bringe zehn Jahre Erfahrung im Bereich regionale Lebensmittel, Warenkunde und Tradition mit. Meine Leidenschaft für die Vielfalt der regionalen Küche und die Geschichten, die hinter den Lebensmitteln stecken, haben mich dazu inspiriert, dieses Wissen mit anderen zu teilen. Ich finde es faszinierend, wie eng unsere Essgewohnheiten mit der Kultur und Geschichte einer Region verbunden sind. In meinen Artikeln konzentriere ich mich darauf, die Besonderheiten lokaler Produkte und deren Herkunft verständlich zu erklären. Dabei überprüfe ich sorgfältig meine Quellen und vergleiche Informationen, um sicherzustellen, dass ich meinen Lesern nützliche und präzise Inhalte biete. Mein Ziel ist es, komplexe Themen einfach darzustellen und aktuelle Trends in der Lebensmittelbranche zu beleuchten, damit jeder die Schätze unserer regionalen Küche besser verstehen kann.

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